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MitteilungVeröffentlicht am 14. Juli 2025

Von Dufour bis heute: die Geschichte der BiG

Am 14. Juli 2025 jährt sich der Todestag von General Guillaume Henri Dufour zum 150. Mal. Sein Erbe bleibt insbesondere durch die Bibliothek am Guisanplatz BiG erhalten, die auf seine Initiative hin gegründet wurde.

Ölporträt von General Dufour

1848: Entstehung einer Bibliothek für das Militärdepartement

Die Entstehung der Bibliothek am Guisanplatz BiG geht auf das Jahr 1848 zurück, als der Schweizerische Bundesstaat gegründet wurde. Auf die Initiative von General Guillaume Henri Dufour hin wird für den ersten Chef des Militärdepartements, Ulrich Ochsenbein, und seine Mitarbeitenden eine Bibliothek gegründet. Die Bibliothek ist zu Beginn klein und soll das militärische Wissen für die junge Eidgenossenschaft ordnen und zentralisieren. Zu jener Zeit hat der Bundesrat die direkte Kontrolle über den Inhalt der Bibliothek. Seit ihrer Entstehung verkörpert die Bibliothek den Willen von Dufour, der Verwaltung ein Werkzeug zu bieten, das im Hinblick auf die militärische Ausbildung als Gedächtnis und Quelle der Reflexion dient.

Gründung der Eidgenössischen Militärbibliothek EMB im Jahr 1865

Auf Anregung von Hermann Siegfried wird die Bibliothek nach der Einrichtung des Eidgenössischen Stabsbüros im Jahr 1865 offiziell zur Eidgenössischen Militärbibliothek EMB. Ein erstes, vom Bundesrat im Mai 1864 verabschiedetes Reglement regelt die Organisation der neuen Institution, gewährt den Offizieren des eidgenössischen Stabs vorrangigen Zugang und den weiteren Offizieren bedingten Zugang zur Bibliothek. Siegfried schafft als erster Chef im Jahr 1866 die Grundlagen der EMB, erweitert deren Sammlungen und sorgt für die Erarbeitung eines Katalogs, der den Zugang zu den Werken vereinfacht. Die EMB und das Topographische Bureau werden als erste Bestandteile des Eidgenössisches Stabsbüros am Ulmenweg 6 in Bern eingerichtet. Die EMB zieht 1892 ins Bundeshaus Ost um, wo sie über ein Jahrhundert bleiben soll.

Zugang für die Öffentlichkeit

Ab 1889 ermöglicht ein neues Reglement allen Offizieren der Schweizer Armee sowie Studierenden, Beamtinnen und Beamten auf Empfehlung eines Offiziers den Zugang zur EMB, womit die Bibliothek nun nicht mehr nur militärischen Kreisen offensteht. Die Anzahl Nutzerinnen und Nutzer steigt rasch an: von 463 im Jahr 1889 auf 1460 im Jahr 1893.

Anpassung und Einfluss in Kriegszeiten

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird die EMB immer wichtiger, insbesondere ab 1914 unter der Leitung von Hans Georg Wirz. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird die Bibliothek geschlossen und es wird rasch eine Handbibliothek für den Stab eingerichtet. Nach der Wiedereröffnung im November 1914 erweitert die EMB ihre Sammlung und entwickelt einen Zettelkatalog.

In der Zwischenkriegszeit verzeichnet die Bibliothek ein starkes Wachstum. Trotz institutioneller Krisen und Direktionswechsel steigt der Bestand auf über 60 000 Titel, und die EMB erreicht 6000 Ausleihen pro Jahr.

Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs regelt die EMB den Schutz ihrer Sammlungen und spielt in der militärischen Dokumentation und in der Nachrichtensektion eine Schlüsselrolle. Als Fritz de Quervain 1937 die Leitung übernimmt, wird die EMB dank der Professionalisierung ihrer Leistungen und der steigenden Anzahl Ausleihen zur internationalen Referenz.

Modernisierung und Umzug an den Guisanplatz

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt die Eidgenössische Militärbibliothek EMB eine Blütezeit unter der Leitung von Fritz de Quervain und danach Daniel Reichel, der die Institution modernisiert und die Informatisierung in Angriff nimmt. Unter der Leitung von Jürg Stüssi-Lauterburg zieht die EMB 2005 in ein altes renoviertes Zeughaus am Guisanplatz in Bern. Der neue Standort bietet den aktuellen Bedürfnissen angepasste Räumlichkeiten.

Eine umfangreiche Reform der Bundesverwaltung im Jahr 2006 mündet in der Schaffung der Bibliothek am Guisanplatz BiG im Jahr 2007, die 44 Bibliotheken und Dokumentationszentren der Armee und der Bundesverwaltung vereint sowie ihre Kompetenzbereiche erweitert.

Dufour, ein lebendiges Erbe

Heute ist die Bibliothek am Guisanplatz die Hauptbibliothek der Bundesverwaltung und der Schweizer Armee. Sie stellt grosse Sammlungen und spezialisierte Dienstleistungen zur Verfügung, um den Bedürfnissen des Bundes zu entsprechen, und ist auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Dank ihrer Entwicklung und ihrem Engagement verkörpert die BiG die Vision von Dufour: einen Zugang zum Wissen bieten und die Schweiz bei ihren aktuellen und künftigen Herausforderungen begleiten.

Literaturempfehlungen der BiG