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MitteilungVeröffentlicht am 18. September 2024

Gibeligelb und Feldgrün: Schweizerische Post und Feldpost feiern Jubiläum

Die Schweizerische Post blickt auf 175 Jahre zurück. Auch die Feldpost feiert dieses Jahr Jubiläum: Sie dient bereits seit 135 Jahren als Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der Armee.

Auf dem Bild sieht man Postmitarbeiter beim Umladen der Pakete.

Dieses Jahr feiert die Schweizerische Post ihren 175. Geburtstag. Als «Eidgenössische Post» wurde sie ein Jahr nach der Gründung des Bundesstaates 1848 durch einen Entscheid der eidgenössischen Parlamentarier aus der Taufe gehoben. Die damalige Einteilung in elf Postkreise blieb mit ein paar Anpassungen bis 1997 erhalten.

Die Verstaatlichung mehrerer privater Postunternehmen ermöglichte es, diese Betriebe in kantonale Regiebetriebe zu überführen. In Artikel 33 der Bundesverfassung von 1848 wurde die Organisation des Postwesens durch die Eidgenossenschaft verankert. Zu den Aufgaben der Post zählten der Transport verschlossener Sendungen aller Art bis 5 kg und die Personenbeförderung.

1850 gab die Post erstmals Briefmarken mit Schweizer Wappen und Posthornsymbol und einer Gültigkeit für die ganze Schweiz heraus. Mitte des 19. Jahrhunderts beförderte die Eidgenössische Post rund 16 Millionen Briefe. Von 1920 bis 1928 erfolgte die schrittweise Zusammenlegung der Telefonie und Telegrafie mit der Post, um in Betrieb und Verwaltung Kosten einzusparen. Die PTT (Post-, Telefon- und Telegrafenverwaltung) war geboren.

Die Zusammenführung der Post und der Telegrafie

Ab 1932 wurde die Post und die Telegrafie zu einer einheitlichen Marke zusammengeführt, und der Bund erlaubte der Post offiziell das Schweizerkreuz in ihrem Logo zu verwenden. 1939 erhielt die PTT «Postgelb» als offizielle Unternehmensfarbe.

1964 führte die Schweizerische Post die Postleitzahlen ein, welche die Sortierung von Briefen und Paketen stark vereinfachten. Zehn Jahre nach Inbetriebnahme des ersten Bancomaten in einer Londoner Bank, gab in der Berner Schanzenpost 1978 erstmals ein Postomat Geld aus. Der Staatsbetrieb PTT wurde 1997 aufgelöst und in die Schweizerische Post und in die Swisscom AG aufgeteilt. PostFinance, die Tochtergesellschaft der Post, lancierte 1998 yellownet, den elektronischen Zahlungsverkehr mit E-Finance.

Im aktuellen Jahr feiert die Schweizerische Post bereits ihr 175. Geburtstag mit diversen Events, einer Schnitzeljagd und mehreren Tagen der offenen Tür.

Der Feldpostdienst der Armee

2024 feiert auch die «grüne Post» Jubiläum. Die Feldpost ist bis heute ein wichtiges Bindeglied zwischen Bevölkerung und Armee. Bevor die Feldpost 1889 durch die erste «Verordnung betreffend die Feldpost» Teil der Schweizer Armee wurde, gab es keine einheitliche Feldpost. Nur wenige Kantone wie Solothurn und Luzern kannten rudimentäre Einrichtungen für einen grünen Postdienst.

Die Verordnung der Feldpost regelte unter anderem die Funktionen und Aufgaben des Feldpostbureaus sowie den Transport der Postsachen, den Sold und die Uniformierung.

Personalmangel in der Aktivdienstzeit

Der Erste Weltkrieg stellte die Logistik der Feldpost aufgrund des Personalmangels und der ungenügenden Vorbereitung vor grosse Probleme. Über 30 Prozent des Postpersonals rückte bei der Mobilmachung 1914 mit der Armee ein. Es kam zu Engpässen in der Organisation der Feldpost. Pakete über 2 kg wurden nicht befördert, nur Schuhsendungen und Pakete an Kommandostellen durften schwerer sein. Untersagt war zudem das Versenden von Karten mit Ortsbildern, die Nennung von Nachnamen und telegrafischen Anweisungen an die Truppen sowie Getränke und verderbliche Nahrungsmittel.

In den ersten Wochen des Kriegs wurde die Anzahl Personen für die Feldpost mit 750 Mann verstärkt. Den Dienst bei der Feldpost leisteten Postbeamte und -unterbeamte, die in ihren Einheiten eingeteilt blieben, jedoch bei Ablösungsdiensten in der Militärpost aushalfen.

Bis Ende 1918 gab die Postverwaltung kostenlos über 23 Millionen Feldpostkarten ab. Rund 33 Millionen Pakete und Wäschesäcklein und 40 Millionen Briefe und Postkarten wurden bei der Feldpost registriert. Endgültig vermisst blieben bei Kriegsende 5'950 Pakete und Wäschesäcke und 24'000 Briefe.

Die Feldpost im Zweiten Weltkrieg

Wie im Ersten Weltkrieg war die Organisation der Feldpost zu Beginn des Aktivdienstes 1939 komplex und schwierig. Die rasche Postvermittlung war dennoch hilfreich für die Moral der Truppe: Pakete wurden einmal, Briefe zweimal täglich zugestellt.

1940 erhielt die Feldpost erstmals Unterstützung des Frauenhilfsdienstes (FHD). 125 Angehörige des FHD wurden in der Feldpost eingeteilt und entlasteten primär die zivile Post, weil weniger Feldpostleute einberufen werden mussten.

Die Feldpost konnte sich im Gegensatz zu anderen Truppen der Armee ab 1940 nicht ins Réduit zurückziehen. Sie stellte die Postversorgung schweizweit sicher. Im Feldpostdienst kamen mehrere Fahrzeuge zum Einsatz: Fahrräder, Motorräder, Lastwagen, Lasttiere, Handkarren und Skier.

Total wurden von 1939 bis 1945 über 145 Millionen Pakete und Wäschesäcke und 450 Millionen Briefe, Postkarten und Zeitungen mit der Feldpost versendet.

Feldpost heute

Die Feldpost ist auch heute die Vermittlerin zwischen Militär und zivilem Leben. Sie ist eine Organisationseinheit der Schweizerischen Post und der Logistikbasis der Armee (LBA). Rund 400 Angehörige der Feldpost sind für Postdienstleistungen während des Militärdiensts zuständig. Die Versorgung mit der Feldpost erfolgt flächendeckend und 31 Waffenplatz-Feldpostunteroffiziere sind täglich im Einsatz.