Die Burgunderkriege, der Aufstieg der Eidgenossenschaft
2026 begeht die Schweiz den 550. Jahrestag der Schlachten bei Grandson und Murten während der Burgunderkriege, in denen Karl der Kühne besiegt wurde. Die Bibliothek am Guisanplatz BiG besitzt einen vom Herzog unterzeichneten Brief aus dem Jahr 1471.

2026 begeht die Schweiz den 550. Jahrestag der Schlachten bei Grandson (2. März 1476) und Murten (22. Juni 1476), zwei entscheidende Auseinandersetzungen in den Burgunderkriegen (1474–1477). In diesen kriegerischen Konflikten standen sich die achtörtige Eidgenossenschaft sowie ihre Verbündeten und das Herzogtum Burgund gegenüber, das von Karl dem Kühnen angeführt wurde. Die Burgunderkriege waren sowohl militärisch als auch politisch ein Wendepunkt in der Schweizer Geschichte.
Burgundische Bedrohung
Ende des 15. Jahrhunderts war Mitteleuropa eine Ansammlung wechselnder Bündnisse. Das Herzogtum Burgund verkörperte auf dem Höhepunkt seiner Macht die Stärke eines nach Einheit strebenden Fürstenstaates. Das Ziel Karls des Kühnen, ein unabhängiges Königreich zwischen dem Königreich Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich zu errichten, bedrohte direkt die Interessen der Eidgenossenschaft. Gegenüber dieser Bedrohung wusste sich die achtörtige Eidgenossenschaft, zu der Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern gehörten – ein auf gemeinsamer Verteidigung und regionaler Solidarität beruhendes politisches Bündnis – zu behaupten.
Die Siege der Eidgenossen bei Grandson und Murten
Die Feindseligkeiten brachen 1474 aus, als die Berner, unterstützt von Savoyen und den rheinischen Städten, in den Krieg gegen Burgund traten. Im März 1476 errangen die Eidgenossen bei Grandson einen spektakulären Sieg. Einige Monate später fügten sie der Burgunder Armee eine vernichtende Niederlage zu und vereitelten damit die Ambitionen Karls des Kühnen. Die Schlacht bei Nancy im Januar 1477, bei der auch Karl der Kühne den Tod fand, beendete die Burgunderkriege. In dieser Schlacht kämpften die Eidgenossen an der Seite des Herzogs von Lothringen und besiegelten den Untergang der Burgunderherrschaft.
Karl der Kühne in den Beständen der BiG
Die BiG bewahrt in ihren Sammlungen ein konkretes Zeugnis jener Zeit auf: ein aus dem Jahr 1471 datiertes Dokument mit der Originalunterschrift Karls des Kühnen. Es handelt sich um einen Beleg, mit dem Maître Jehan de la Gracht angewiesen wurde, einem gewissen Seigneur de Harchies eine bestimmte Summe für geleistete Dienste auszubezahlen. Dieses aussergewöhnliche Dokument verbindet die Bestände der Bibliothek direkt mit einem der Hauptakteure der Ereignisse, deren fünfeinhalb Jahrhunderte später gedacht wird. Es ist Teil der umfangreichen Autographensammlung Georg Heberlein, die vollständig digitalisiert und über das Rechercheportal Alexandria zugänglich ist.
Gedenkveranstaltungen 2026
Zum 550. Jahrestag der Schlachten koordiniert der Verein Grandson-Murten 2026 42 Projekte aus den Bereichen Kultur, Sport und Bildung, die zwischen März und Oktober 2026 stattfinden und das aussergewöhnliche historische Erbe würdigen. Die offiziellen Gedenkveranstaltungen finden am 2. März 2026 in Grandson und am 20. Juni 2026 in Murten statt.
Literaturempfehlung der BiG
Weiterführende Links:
- Burgunderkriege
- Die Schlacht von Murten – Blog zur Schweizer Geschichte - Schweizerisches Nationalmuseum
- Grandson, Schlacht bei
- Commémorer les Guerres de Bourgogne. Construction historique et enjeux actuels des mémoires autour des batailles de Grandson et Morat en Suisse occidentale (1476-2026). Nouveau projet libre financé par le FNS
- Guerres de Bourgogne. Une victoire contre Charles le Téméraire grâce aux Suisses et à Saint-Nicolas | La Liberté
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