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Schatzkiste Spezialsammlungen – Die Schweiz als Kriegsschauplatz 1799

Der Kampf um die Vorherrschaft in Europa zwischen Frankreich und der Koalition mit Russland und Österreich brachte den Krieg 1799 in die Schweiz. Briefe französischer Generale aus dem Bestand der Bibliothek am Guisanplatz illustrieren die Ereignisse.

16.04.2019 | Christine Rohr-Jörg

Général en Chef Masséna gratuliert in diesem Brief vom 31.Oktober 1799 Général de Division Jean de Dieu Soult im Namen des französischen Direktoriums zum erfolgreichen Feldzug. Verzierter Briefkopf mit Überschrift "Armée de Danube".
Général en Chef Masséna gratuliert in diesem Brief vom 31.Oktober 1799 Général de Division Jean de Dieu Soult im Namen des französischen Direktoriums zum erfolgreichen Feldzug.

Die militärischen Auseinandersetzungen auf dem Gebiet der heutigen Schweiz gipfelten in der Ersten und Zweiten Schlacht von Zürich (Juni und September 1799). Die Franzosen gingen als Sieger aus dem Kriegsjahr 1799 hervor, die Helvetische Republik unter französischer Kontrolle blieb damit bestehen.

Die Bibliothek am Guisanplatz BiG besitzt Briefe aus dem Zeitraum vom September bis Dezember 1799, in welchen sich die französischen Generäle gegenseitig über die täglichen Ereignisse auf dem Laufenden hielten. Diese Dokumente können auch in digitalisierter Form studiert werden.

Nachzulesen sind hier Befehle des französischen Oberbefehlshabers General André Masséna oder Berichte der Generäle an den Divisionskommandanten Jean de Dieu Soult.
Rufen wir uns in Erinnerung, dass es sich hierbei um Briefe handelt, geschrieben von den Generälen, per Bote zu Pferd übermittelt.
Man erfährt einiges über konkrete Truppenbewegungen oder die Einschätzung der gegnerischen Stärke. So informiert General Majnoni am 26. September aus Kaltbrunn General Soult in Schänis:
"[…] Mes découvertes viennent de m'assurer que Utznach est abandonné par l'ennemi. […]. Il serait urgent de faire attaquer Bencken prendre la cavalerie & l'inftr ennemie qui se trouvent absolument coupés. J'attends vos ordres & un peu de cavalerie. […]"

Berichtet wurde ebenfalls über Versorgungsengpässe, den Einfluss des Wetters oder die Erschöpfung der Soldaten. So im Brief von General Adolphe-Edouard-Casimir-Joseph Mortier an General Soult vom 7. Oktober 1799, nachdem im Sarganserland die Österreicher zurückgedrängt werden konnten:
"[…] Depuis six jours la troupe manque de pain. Elle est harassée et a besoin de repos, la brige de droite, avec laquelle j'étais, a failli perdre une partie de son monde dans les neiges, plusieurs chevaux de l'escadron du 10e de Chasseurs on été tué dans les rochers. Cette marche est pour nous la plus pénible que nous ayons faits depuis la guerre.[…]"

Dass die Bevölkerung stark unter den Kriegsauswirkungen litt, dass mit Plünderung gedroht wurde, wenn nicht Lebensmittel, Pferde, Futter und Geldmittel zur Verfügung gestellt wurden, findet in diesen Briefen keinen Niederschlag.

Im Oktober 1799 wurden die letzten russischen Truppen vom linken Rheinufer vertrieben. Die Österreicher hatten das Gebiet bereits vorher verlassen. Und Suworow, welcher sich vom Gotthard herkommend mit österreichischen Truppen hätte verbünden sollen, musste sich nach Vorarlberg zurückziehen.

Die Briefe der BiG enden mit diesen Ereignissen. Es handelt sich um keinen vollständigen Schriftverkehr. Die Dokumente beleuchten aber interessante Aspekte aus dem Blickwinkel der französischen Generäle.


 

 


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