print preview Zurück zur Übersicht Startseite

Die Grippeepidemie 1918/19

Vor rund 100 Jahren, im Frühling 1918, breitet sich in Europa eine schwere Grippeepidemie aus, die in mehreren Wellen auch Asien und Afrika heimsucht und 20 bis 50 Millionen Tote fordert. Der Pandemie fallen primär die 20- bis 40-Jährigen zum Opfer. Sie erhält den Namen "Spanische Grippe" und dauert bis 1919.

01.01.2019 | Mathias Kobel

Krankensaal, Erster Weltkrieg, Militärpostkartensammlung der Bibliothek am Guisanplatz, Nr. 1996
Krankensaal, Erster Weltkrieg, Militärpostkartensammlung der Bibliothek am Guisanplatz, Nr. 1996

Die "Spanische Grippe" ist eine akute Viruserkrankung, die bei Menschen auftreten kann und durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Ihr Name erhält die todbringende Krankheit durch die erstmalige Berichterstattung zur Pandemie in Spanien. Die erkrankten Personen sterben oftmals an einer Lungenentzündung, verursacht durch Grippeviren oder einer Infektion mittels Bakterien.

Erste, zweite und dritte Welle

Der Ursprung der Grippe ist unklar. Im Frühjahr 1918 tritt im US-Bundesstaat Kansas ein neuartiger Influenzavirus auf. Erstmals im März 1918 erkranken Soldaten im Ausbildungslager Camp Funston in Kansas an der hoch ansteckenden Infektionskrankheit. Die Seuche breitet sich geografisch rasch aus und gelangt mit mehr als 1.5 Millionen Soldaten über den Atlantik nach Europa.

Die zweite Welle tritt im Herbst 1918 auf und unterscheidet sich in Dauer und Heftigkeit von Land zu Land. Ausgehend vom Nordatlantik entflammt sie weltweit. Im Frühjahr 1919 kommt es zu einer erneuten Epidemie. Diese Welle verläuft weniger bösartig, mit einer geringeren Virulenz und niedrigeren Morbidität.

Die Spanische Grippe und die Schweiz

Die Schweiz wird von der Epidemie nicht verschont. Bei Ausbruch der Seuche im Sommer 1918 besteht keine Meldepflicht der Ärzte über Grippe-Erkrankungen. Der Bundesrat stuft die Grippe am 11. Oktober 1918 als gemeingefährliche Krankheit ein, die Meldepflicht wird obligatorisch. Die Grippe taucht – so die Annahme – erstmals im Juni oder Juli 1918 unter Soldaten der Basler Bahnhofswache auf. Das Schweizerische Gesundheitsamt meldet rund 750'000 Grippeerkrankungen in den Jahren 1918/19. Gesamthaft sterben 24'500 Menschen an der Grippe, davon rund 1'800 Soldaten.

In den Beständen der Bibliothek am Guisanplatz finden Sie Dokumente zur Epidemie während der Kriegszeit sowie aktuelle Literatur zum Thema.

 

Kontakt Bibliothek am Guisanplatz
Informations- und Dokumentationsservices
Papiermühlestrasse 21 A
CH-3003 Bern
Tel.
+41 58 464 50 95

E-Mail