print preview

Zurück zur Übersicht Themendossiers


Doping im Sport

Was ist Doping und welche Auswirkungen hat es auf den Leistungssport? Das Dossier liefert Antworten.

06.07.2020 | Bibliothek am Guisanplatz, Mathias Kobel

Im Radrennsport kam es in der Vergangenheit auch zu Doping-Fällen (Bild: pixabay).

In der aktuellen Covid-19-Pandemie gerät der Sport ins Hintertreffen. Mehrere Grossanlässe wie die Olympischen Spiele in Tokio, die Fussball-Europameisterschaft oder das Tennisturnier in Wimbledon wurden um ein Jahr verschoben. Dopingkontrollen werden teilweise ausgesetzt und Profisportler warnen davor, dass dies den Missbrauch verbotener Mittel, das Doping, fördert.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (engl. World Anti-Doping-Agency WADA) versteht unter dem Begriff – das Wort entstammt dem englischen Verb "to dope" – das Vorhandensein eines oder mehrerer verbotener Stoffe in der Probe eines Athleten oder einer Athletin, die Verabreichung von Substanzen verbotener Wirkstoffe oder den Einsatz illegaler Methoden im Sport. Im Doping-Statut 2015 von Swiss Olympic werden der Handel mit solchen Mitteln, ihr Gebrauch sowie jede Verweigerung von Kontrollen und die Verletzung der Meldepflicht von Sportlern mit Strafe bedroht.

Mindestens einmal im Jahr publiziert Antidoping Schweiz eine Liste mit verbotenen Substanzen und Methoden, die für alle Mitgliedverbände sowie deren Sportlerinnen und Sportler verbindlich ist. Bei Missbrauch und je nach Grad des Verstosses kann die Disziplinarkammer von Swiss Olympic eine vorläufige oder eine lebenslange Sperre aussprechen.

Geschichte des Doping-Missbrauchs

Das Wort «Doping» erscheint erstmals 1889 in einem englischen Wörterbuch. Es bezeichnet eine Mischung aus Opium und Narkotika, die Pferden bei Rennen verabreicht werden. 1967 veröffentlicht das Internationale Olympische Komitee (IOK) erstmals eine Liste mit verbotenen Mitteln und richtet einen Dienst für medizinische Tests für die Olympischen Spiele 1968 ein.

Ein Jahr zuvor stirbt der Radfahrer Tom Simpson bei der Tour de France am Mont Ventoux durch Herzstillstand, ausgelöst durch Amphetamine und Alkohol. Das als «blaue Bohnen» bekannte und als «Oral-Turinabol» in den 1960er entwickelte Anabolikum verspricht eine enorme Leistungssteigerung. In den 1970er-Jahren wird es in der DDR eingesetzt.

Im Profi-Radsport rund um die Tour de France kommt es zu mehreren Skandalen. Bei der Festina-Affäre 1998 und beim Dopingskandal Fuentes 2003 kommen verbotene, leistungssteigernde Mittel – wie Erythropoetin (EPO), ein Hormon, das zur besseren Sauerstoffaufnahme die Anzahl roter Blutkörperchen steigert – zur Anwendung. EPO ist seit 2000 nachweisbar, Blutdoping, das bei Athleten durch Bluttransfusion die Ausdauerleistungsfähigkeit erhöht, ist nach wie vor schwer nachweisbar.

Die Schweiz, Pionierin im Kampf gegen Doping

Mit der Gründung des Dopinglabors am Forschungsinstitut der Eidgenössischen Sportschule Magglingen 1967 nimmt die Schweiz eine Pionierrolle im Kampf gegen Doping ein. Das Doping-Statut 1989 des Schweizerischen Landesverbands für Sport (SLS) verpflichtet alle seine Mitglieder zur Bekämpfung und gründet die Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB). Seit 2008 gibt es die Stiftung Antidoping Schweiz. Zu den Aufgaben zählen die Erstellung von Dopinglisten, die Durchführung von Tests und die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Kontrollen finden unangekündigt bei Wettkämpfen oder im Training statt und werden nach strengen Regeln durchgeführt.

Die Sportmediathek des Bundesamt für Sport BASPO verfügt über umfangreiche Ressourcen zu Doping und bietet Unterstützung bei der Recherche an.


Zurück zur Übersicht Themendossiers

Bibliothek am Guisanplatz Papiermühlestrasse 21 A
CH-3003 Bern
Tel.
+41 58 464 50 95

E-Mail